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Schweizer Früchte und Ihre Geschichte ...

Die fruchtigste Verführung der Schweiz...
Das Beste, was uns vom Paradies geblieben ist ...

Obwohl wir nicht Bio-Zertifiziert sind, spritzen wir unsere Obstanlage mit Bio-Mitteln und hegen und pflegen sie auch in diesem Sinne. Das heisst, dass wir auch die Baumstreifen, dies ist die Erde unter den Bäumen, von Hand jäten müssen. Dies ist eine anstrengende Arbeit, die nie zu enden scheint. Sind alle Reihen einmal gejätet, beginnt man schon wieder von vorne.


Der Apfel
Im reichen Angebot an Früchten, die in der Schweiz genossen werden, sind Äpfel die unbestrittenen Stars. An Vollkommenheit ist der Apfel kaum zu übertreffen. Die herrliche Vielfalt an Sorten schenkt uns herzhafte Apfelfreuden für jeden Geschmack.

Der Apfel ist die älteste kultivierte Frucht der Erde. Archäologen fanden verkohlte Dörrapfelschnitze bereits in prähistorischen Siedlungen. Äpfel gab es in den hängenden Gärten von Babylon und auf der Feinschmeckertafel des römischen Feldherrn Lukullus. Ein Obstbaumverzeichnis aus dem Jahre 813 zeigt, dass Karl der Grosse auf seinen Gütern mit Vorliebe Apfelbäume anpflanzen liess. Im Mittelalter waren es vor allem die Klöster, die den Apfel weiterverbreitet und veredelt haben. Als Reichsapfel dokumentiert er bis heute politische und weltliche Macht. Und wohl kaum eine Frucht spielt in den christlichen Überlieferungen, antiken Sagen, heidnischen Mythen und im überlieferten Volksglauben so eine bedeutende Rolle wie der Apfel. Er gilt als Sinnbild von Liebe und Fruchtbarkeit, von Schönheit, Versuchung und Sünde. Nicht nur im übertragenen Sinn stehen Äpfel für alles Lebensnotwendige, sie bieten es uns auch in der Realität.

Die Birne
Der sogenannte «wilde Birnbaum» kam ursprünglich aus China und ist bei uns verwildert. Der wilde Birnbaum hat dornige Kurztriebe und seine kleinen holzigen Früchte – Holzbirnen genannt – besitzen in der Umgebung des Kernhauses viele steinige Verhärtungen. Von der Holzbirne stammen die meisten, und zwar die besseren Birnen ab. Aber auch Wildsorten vom kaukasischen Isthmus, aus Kleinasien und Armenien sowie einigen nahöstlichen Ländern haben durch Kultivierung und mehr noch durch zufällige Kreuzungen in Frankreich zur Vermehrung unserer Birnensorten beigetragen. Bereits im 1. Jahrhundert nach Christus kannte der römische Gelehrte Plinius 41 verschiedene Birnensorten. Zu Anfang des 17. Jahrhunderts waren es etwa 260 und heute sind es weltweit an die 5000 Sorten. Die steigende Beliebtheit verdankt die Birne mit Sicherheit ihrem ausgezeichneten Ruf bei Feinschmeckern der allerbesten Kreise. Schon der sprichwörtliche Lukullus, römischer Feldherr und Ahnvater aller Gourmets, schwärmte davon. Auch der Sonnenkönig Ludwig XIV. war ein Birnen-Fan und bekehrte den ganzen Hof von Versailles zum leidenschaftlichen Birnengenuss. Kein Wunder, dass sich vor allem die französischen Bauern mit Hingabe dem Züchten und Veredeln immer neuer Birnensorten widmeten. So gehört es bis heute zum «Savoir vivre», beim Nachtisch stilvoll eine Butterbirne zu einem Stück Käse oder eine «Poire Belle Hélène» zu verspeisen.

Die Aprikose
Die Aprikosen stammen ursprünglich aus China. Die alten Römer nannten die Aprikose «malus praecox», die Frühreife. Im Jahr 1838 wurden im Wallis erstmals Aprikosenbäume durch den Bauern Gabriel Luizet angebaut. Der Name des Pioniers ist in der Sorte Luizet verewigt. Sie war lange Zeit die verbreitetste Sorte der Schweiz.

Die Zwetschge
Ist es der uralte legendäre Ruf des Zwetschgenbaums als Glücksbringer und Gesundbaum, der dem Zwetschgenkuchen seinen Stammplatz auf dem Festmenü des Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettags verdankt? Dass die Zwetschgen eine Wohltat sind, darüber waren sich bereits die alten Ägypter einig: Gedörrte Zwetschgen befanden sich bereits im Grab des Kha, eines berühmten Architekten der Hauptstadt Theben. Auch die mittelalterlichen Kreuzfahrer, die 1148 nach einer verlorenen Schlacht unverrichteter Dinge aus Damaskus zurückkehrten, trösteten sich damit, wenigstens eine neue schmackhafte Zwetschgensorte heimzubringen. «Il se sont battus pour des prunes», sagte der Volksmund, sie haben sich um Zwetschgen geschlagen. Über die Herkunft und Systematik der Zwetschgen und Pflaumen sind nur wenige und unsichere Angaben vorhanden.

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